Abgrenzung zwischen einfachem und grobem Diagnosefehler

Eine Abgrenzung zwischen einem einfachen und einem groben Diagnosefehlern ist bei der Arzthaftung von wichtiger Bedeutung, da beim Vorliegen eines groben Diagnosefehlers zu Lasten des behandelnden Arztes eine Beweislastumkehr erfolgt.

Vor diesem Hintergrund  hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat mit dem Urteil vom 17.11.2015 (Az. 26 U 13/15) folgende Definitionen festgehalten:

 

Ein einfacher Diagnosefehler liege vor, wenn über einen bloßen Diagnoseirrtum hinaus die Diagnose für einen gewissenhaften Arzt bei ex-ante-Sicht medizinisch nicht vertretbar gewesen sei. Grob sei der Diagnosefehler, wenn eindeutig gegen bewährte Diagnoseregeln oder gesicherte Erkenntnisse verstoßen werde und dieser Fehler aus objektiver ärztlicher Sicht nicht mehr verständlich erscheine, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen dürfe, die richtige Diagnose also quasi auf der Hand gelegen habe.