Arbeitsweise


Nach einer ausführlichen Erstberatung und Ersteinschätzung fordere ich alle wesentlichen Behandlungsunterlagen der gegnerischen Ärzte und Krankenhäuser an. Ein entsprechender (Einsichtnahme-) Anspruch ist seit langem durch die höchstrichterliche Rechtsprechung anerkannt, und zwar jedenfalls dann, wenn die Zahlung der anfallenden Kopier- und Versendungskosten (= regelmäßig maximal 30,-- bis 50,-- €) angeboten wird.

 

Sind die Unterlagen vollständig, überprüfe ich sie, und zwar bei Bedarf auch mit einem meiner fachärztlichen Berater. Anschließend führe ich den medizinischen Sachverhalt schnellstmöglich einer unabhängigen Begutachtung zu. Dabei empfehle ich für den Fall, dass eine gesetzliche Krankenversicherung besteht, regelmäßig – jedenfalls zunächst – die Beauftragung eines für den Patienten kostenlosen Gutachtens beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Denn Krankenversicherungen haben ebenso wie der Patient bei Behandlungsfehlern der Ärzte und Krankenhäuser Ersatzansprüche, so dass es grundsätzlich im gemeinsamen Interesse liegt, die Frage zu klären, ob ein Behandlungsfehler zu einem Gesundheitsschaden geführt hat.

 

Von der Einholung eines Privatgutachtens rate ich – jedenfalls zunächst – in der Regel ab. Privatgutachten sind überwiegend sehr teuer und werden meistens von den Haftpflichtversicherungen der gegnerischen Ärzte und Krankenhäuser ohnehin nicht anerkannt.

 

Alternativ in Betracht kommt – zunächst – auch die für den Patienten ebenfalls kostenlose Einschaltung einer Gutachter- bzw. Schlichtungsstelle der zuständigen Landesärztekammer. Da einige Verfahrensordnungen jedoch für den Laien nicht erkennbare – juristische – Hindernisse aufweisen, empfiehlt sich – auch – insoweit, frühzeitig einen medizinrechtlich versierten Fachanwalt mit der Einleitung und Betreuung der Begutachtung zu beauftragen.

 

Durch Behandlungsfehler geschädigten Patienten ist in jedem Fall zu raten, sich ein Gedächtnisprotokoll über die monierte Behandlung zu erstellen: Schreiben Sie alles auf, was Ihnen im Zusammenhang mit der Behandlung einfällt und Ihnen wichtig erscheint (z.B. verschriebene und eingenommene Medikamente, Therapien, Ablauf der Behandlungen, Uhrzeiten, Name des Arztes und des Zimmernachbarn bzw. von Mitpatienten). Im Umgang mit dem beschuldigten Arzt sollten Sie möglichst Zeugen hinzuziehen und Gespräche schriftlich dokumentieren.