Geburtsschaden 


Besonders schwerwiegend und tragisch sind ärztliche Behandlungsfehler, die zu Geburtsschäden führen. Insoweit geht es z.B. um Fehler im Zusammenhang mit der pränatalen Diagnostik und Beratung, d.h. etwa um das Unterlassen einer gebotenen Fruchtwasseruntersuchung, um das Hinausschieben einer notwendigen Fruchtwasserpunktion oder um die fehlerhafte bzw. unzureichende Beratung der Kindeseltern über Möglichkeiten zur Früherkennung kindlicher Schädigungen.

 

Weitreichende Folgen können darüber hinaus auch Fehler vor und während des Geburtsvorganges haben, z.B. die verzögerte Einleitung einer Schnittentbindung (= Kaiserschnitt) trotz der Gefahr einer Sauerstoffunterversorgung oder eine fehlerhafte Reaktion beim Auftreten von Komplikationen wie etwa einer Schulterdystokie. Hinzu kommen an dieser Stelle Fehler beim Abbruch einer Schwangerschaft und Fehler bei der Empfängnisverhütung.

 

Geburtsschäden müssen in der anwaltlichen Praxis besonders fachkundig beraten und bearbeitet werden. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass es hier sowohl um Ansprüche der Eltern etwa wegen des Unterhaltsmehraufwandes für ein behindertes Kind als auch um Ansprüche des Kindes (materieller und immaterieller Schadensatz) selbst geht. Gegenwärtig sprechen Instanz- und Obergerichte schwerstgeschädigten Kindern Schmerzensgeldansprüche in Höhe von bis zu 750.000,– € zu. Hinzu kommen dann noch die materiellen Schäden.